Auch die Dramaturgie war besonders. Am ersten Tag führte der Finne Janne Ahonen.
Ich kann mich so gut erinnern. Ich war super in Form und nach dem ersten Tag knapp hinter Janne Zweiter. Es war wunderschönes Wetter, aber „arschkalt“. Im ersten Durchgang habe ich gleich einen super Flug erwischt.
Dann bist du zum Schluss als Letzter oben gesessen.
Ein Moment, den ich nie vergessen werde. Ich habe mitgekriegt, dass Ahonen vor mir 194 Meter gesprungen ist. „Das werde ich nicht schaffen“, war mein erster Gedanke – auch weil der Rückenwind stärker wurde. Dann ist Christof Duffner 199 Meter gesprungen. Ich dachte: Wenn mein Freund ‚Duffi‘ das kann, dann bring‘ ich das auch zusammen. Als ich in den Balken reingerutscht bin, habe ich mir noch gesagt: Ich will sicher nicht mehr Zweiter werden. Ich muss gewinnen, alles andere ist mir wurscht. Pokal oder Spital – genauso bin ich weggefahren.
Und kurz darauf bei 198 Meter gelandet.
Es war der Pokal (lacht). Als ich kurz vor der 200er Marke mit schönem Telemark gelandet bin, da hab‘ ich gewusst: Das muss sich ausgehen! Im Auslauf sind die ganzen Nationen-Fahnen im Schnee gesteckt. Ich habe mir eine rot-weiße geschnappt, sie geschwenkt und mir noch gedacht: Hoffentlich ist das jetzt nicht polnische. Als auf der Anzeigetafel die 1 aufleuchtete, fiel der ganze Druck ab. 60.000 Menschen haben geschrien, den Stadionsprecher hat man gar nicht mehr gehört.
Sonst noch Erinnerungen an diesen Moment?
Janne Ahonen ist mittlerweile ein guter Freund. Aber damals wollte er unbedingt gewinnen und war stinksauer. Bei der Pressekonferenz hat er nur drei Wörter gesagt: „Sorry, no English“. Aber ich weiß, der kann extrem gut Englisch (lacht).