Simon Eder war jahrelang eines der Aushängeschilder des heimischen Biathlonsports, verblüffte bis zuletzt mit Top-Leistungen und galt in der internationalen Biathlonwelt als aktive Legende. Jetzt, im Alter von 43 Jahren, verkündete der „Meisterschütze“ seinen Rücktritt.
STIMMEN:
Simon Eder: „Die Olympischen Spiele in Antholz waren noch ein großes Ziel von mir und jetzt ist einfach der richtige Zeitpunkt gekommen, um diesen Entschluss zu treffen. Mein Ziel war es immer, so lange wie möglich dabei zu sein, insofern kann ich mir definitiv nichts vorwerfen. Mein Kopf ist sicher noch auf die gewisse Art und Weise willig, aber so eine lange Karriere hinterlässt körperlich einfach Spuren. Ich habe jetzt fast alles, was der Biathlonsport zu bieten hat, gesehen bzw. erlebt. Als junger Athlet ist man noch ein wenig naiv, man will den Gesamtweltcup gewinnen oder Olympiasieger werden. Aber die Dichte in der Weltspitze ist im Biathlon einfach extrem und gerade bevor ich in den Weltcup gekommen bin, hatte ich körperlich eine sehr schwierige Zeit. Als ich dann in Hochfilzen meine ersten Weltcuppunkte gemacht habe, war das einfach herausragend für mich. Ich durfte viele schöne Erfolge erleben, aber dieser Moment hat sich in meinem Gedächtnis fest verankert. Ich habe mir danach Stück für Stück neue Ziele gesetzt, die gesamte Mannschaft ist extrem stark geworden und dann haben wir uns gegenseitig nach oben gepusht. Bis zum heutigen Tag hatte meine Karriere immer Höhen und Tiefen, aber genau das hat die Erfolge umso schöner gemacht. Ich habe insgesamt über 100 Top-Ten-Ergebnisse geschafft und auch heuer ist noch eines dazugekommen. Für jedes davon brauchst du immer ein super Rennen, daher bin ich darauf schon sehr stolz. Jetzt freue ich mich in erster Linie auf mehr Zeit mit meiner Familie, die mich über die Jahre unfassbar unterstützt hat. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt, aber ich würde dem Biathlonsport schon gerne in irgendeiner Weise erhalten bleiben und auch eine Trainerfunktion ist für mich denkbar.“
Christoph Sumann (Sportlicher Leiter Biathlon): „Simon war in der internationalen Biathlonwelt eine absolute Ausnahmeerscheinung und hat diesen Sport über zwei Jahrzehnte lang maßgeblich beeinflusst. Gerade am Schießstand gehörte er bis zuletzt zur absoluten Weltelite und es ist einfach beeindruckend, wie viele Jahre er auf Weltklasseniveau performen konnte. Innerhalb des Herrenteams hat er sich in den letzten Jahren zudem zu einer wichtigen Stütze und Bezugsperson entwickelt und war für seine jüngeren Teamkollegen mit seiner Erfahrung und seiner Professionalität ein großes Vorbild. Er war über so viele Jahre lang ein Teil dieses Sports, ich habe ihn sowohl als Teamkollegen als auch in meiner jetzigen Position immer sehr geschätzt und man kann sich Biathlon ohne ihn kaum vorstellen. Ich gratuliere ihm von Herzen zu seiner einzigartigen Karriere und wünsche ihm alles Gute für die Zukunft!“
Mario Stecher (ÖSV-Sportdirektor): „Simon Eder kann auf eine beispiellose Karriere zurückblicken und war über eine extrem lange Zeit eines der Aushängeschilder unseres Herrenteams. Er war Teil der erfolgreichsten Biathlon-Generation, die wir in Österreich je hatten und sorgte bei Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen und im Weltcup für zahlreiche unvergessliche Momente. Dass er es geschafft hat, mit seiner Professionalität und seinem Ehrgeiz so lange in der Weltspitze mitzumischen, ist beeindruckend und in dieser Art und Weise einzigartig. Im Namen des Österreichischen Skiverbandes möchte ich mich bei Simon für alles, was er in dieser langen Zeit geleistet hat, recht herzlich bedanken und wünsche ihm alles Gute für die Zeit nach seiner Karriere.“