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Johannes und Veronika Aigner haben auch im zweiten Para-Ski-Bewerb der Paralympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 abgeräumt!
Nach Abfahrts-Gold am Samstag haben Johannes Aigner und Guide Nico Haberl bei den Paralympischen Winterspielen MILANO CORTINA 2026 im Super-G nachgelegt: Im Hundertstel-Krimi auf der Tofana holte das Duo die nächste Goldmedaille für das Paralympic Team Austria. Der Niederösterreicher, der mit Startnummer fünf ins Rennen gegangen war, schwang nach 1:11,99 Minuten ab – dann hieß es zittern. Aigners schärfster Konkurrent und Lokalmatador Giacomo Bertagnolli ging mit Startnummer sieben ins Rennen.
„Zuerst war ich ein bisschen hin- und hergerissen. Wir hatten Schwierigkeiten im Lauf, die Linie war nicht ganz so, wie wir sie besichtigt hatten. Im Ziel war ich mir unsicher, ob sich das ausgeht, weil Bertagnolli so stark ist“, so Aigner nach dem Rennen. „Nico hat mir alles geschildert, es war sehr nervenaufreibend.“ Im oberen Streckenteil lag der Italiener bereits rund eine Sekunde hinter Aigner. Im Mittelteil arbeitete er sich jedoch heran und reduzierte den Rückstand auf nur noch 29 Hundertstelsekunden. Die Spannung im Zielbereich stieg. Kurz nach der Zieleinfahrt des Italieners brach es aus Haberl heraus: „Yeeesss!“ Schlussendlich blieben 16 Hundertstelsekunden Vorsprung – und der Gold-Coup 2.0 war perfekt.
Nach Gold in der Abfahrt holte Veronika Aigner gemeinsam mit Guide Lilly Sammer im Super-G der sehbehinderten Klasse die Silbermedaille. Gold ging an die Italienerin Chiara Mazzel mit Guide Nicola Cotti Cottini, Bronze sicherte sich Alexandra Rexova (SVK) mit Guide Sophia Polak.
"Die Freude ist riesig – es war unser erstes Super-G-Rennen als Duo“, sagte Aigner nach dem Bewerb. „Wir wissen, wo wir Zeit liegengelassen haben. Aber wo würden wir hinkommen, wenn man sich über eine Paralympics-Medaille nicht mehr freut? Außerdem: wir haben schon eine Goldmedaille in der Königsdisziplin – danach ist jede Medaille eine Draufgabe.“
Mit Startnummer zwei erwischten Aigner und Sammer einen starken Beginn und lagen bei der ersten Zwischenzeit noch in Führung. Im unteren Streckenabschnitt zeigte Lokalmatadorin Mazzel jedoch eine beeindruckende Fahrt und setzte sich schließlich durch. Aigner belegte mit 0,60 Sekunden Rückstand Rang zwei, Rexova folgte mit 4,85 Sekunden Rückstand auf Platz drei.
Ganz zufrieden war das Duo mit dem Lauf dennoch nicht. „Im Mittelteil haben wir ein bisschen Zeit liegen lassen“, erklärte Aigner. „Da bin ich nicht ganz in Fahrt gekommen.“ Dennoch überwiegt die Freude über die nächste Medaille bei diesen Paralympischen Winterspielen. „Natürlich wissen wir, dass wir noch mehr können. Aber wir haben eine Medaille für Österreich geholt – darauf sind wir sehr stolz.“ Guide Lilly Sammer blickt optimistisch auf die kommenden Rennen: „Wir haben alles gegeben. Es ist einfach lässig, hier eine zweite Medaille zu gewinnen. Jetzt wissen wir genau, was wir morgen in der Kombination besser machen können.“ Die Super-Kombi bestreitet Aigner und Sammer noch gemeinsam, die technischen Rennen nimmt Aigner mit Eric Digruber in Angriff, Sammer ist mit Michael Scharnagl am Start.
Für einen kurzen Schreckmoment aus österreichischer Sicht sorgte Elina Stary, die lange auf Medaillenkurs lag. Vor ihrem Sturz lag die Kärntnerin bei allen Zwischenzeiten vor der späteren Bronzemedaillen-Gewinnerin Rexova. Stary gab nach dem spektakulären Abflug auf der Tofana umgehend Entwarnung und konnte unverletzt selbst ins Ziel fahren. Auch ein erster medizinischer Check brachte rasch positive Nachrichten – auf den ersten Blick waren keine größeren Verletzungen erkennbar.
„Ich bin auf den Kopf gefallen und habe mir den Daumen geprellt, der ist ein bisschen angeschwollen – aber zum Glück nichts Schlimmes“, erklärte Stary später. „Der körperliche Schmerz ist eigentlich kleiner als der beim Gedanken daran, dass da vielleicht eine Medaille drin gewesen wäre. Aber wir haben noch mehrere Chancen auf Edelmetall, schon morgen in der Kombination die erste.“
Guide Stefan Winter sah trotz des Ausfalls auch das Positive: „Das Wichtigste ist, dass Elina gesund ist. Die Zwischenzeiten zeigen aber auch, dass wir schnell sind – das macht Lust auf die Kombi.“
Seinen Super-G-Abschied hätte sich Markus Salcher anders vorgestellt. Für den Kärntner endete das Rennen nach einem Sturz im oberen Teil vorzeitig. Die gute Nachricht: Er blieb dabei unverletzt, zeigte sich aber enttäuscht: „Der Frust ist schon da. Das war ein richtig billiger Fehler, der mir nicht passieren darf. Ich bin nach einem Innenski-Fehler einfach weggerutscht. So wollte ich meine Super-G-Karriere nicht beenden. Ich kann auf eine tolle Speed-Karriere mit vielen Highlights zurückblicken – das heute gehört nicht dazu.“ Den für ihn abschließenden Riesentorlauf möchte Salcher nun „noch einmal genießen“.
Thomas Grochar fuhr mit einer beherzten Leistung als Achter einen Diplomplatz ein. Der Kärntner verlor 2,40 Sekunden auf Sieger Robin Chuche (SUI) und haderte vor allem mit Fehlern im Lauf: „Ich habe motiviert angefangen, aber zu viele Fehler gemacht – dann ist man nicht dabei.“ Seine Devise für die kommenden Bewerbe: „Vom Kopf her morgen gleich angehen – und dann hoffentlich fehlerfrei bleiben.“
Nico Pajantschitsch belegte mit 2,86 Sekunden Rückstand Rang zehn. Die weichen Pistenbedingungen machten ihm zu schaffen: „Ich hätte es probiert, aber es war nicht ganz optimal. Die Verhältnisse sind sehr weich – das ist bei meinem Fahrstil nicht ideal.“ Dennoch blickt er nach vorne: „Ich nehme die Erfahrung mit in den Riesentorlauf.“ Auf Rang 19 landete Manuel Rachbauer (+7,16 Sekunden).