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Veronika Aigner holte auf der Tofana mit Guide Lilly Sammer in der Alpinen Kombination Gold. Die 23-Jährige verwies die Italienerin Chiara Mazzel und Paralympic-Team-Austria-Kollegin Elina Stary in der sehbehinderten Klasse auf die Plätze zwei und drei. „Es ist immer besonders, eine Medaille für Österreich zu holen. Dass wir gemeinsam am Stockerl stehen, ist ein unglaubliches Gefühl – darauf können wir stolz sein“, sagte Aigner nach ihrer dritten Medaille – und der zweiten in Gold – bei diesen Paralympics.
Die Niederösterreicherin gewann mit einem großen Vorsprung von 3,06 Sekunden auf Lokalmatadorin Mazzel, Stary schwang mit 3,90 Sekunden Rückstand ab. „Es war gigantisch. Ich habe geschaut, dass ich am Start Ruhe reinbringe. Wir haben Gas gegeben und sind aggressiv gefahren. Ich verstehe bis jetzt noch nicht, wie wir den Vorsprung noch einmal ausbauen konnten“, so Aigner. Nachsatz: „Der Gedanke an die Goldmedaille hat uns während der Fahrt noch einmal motiviert – die will man unbedingt um den Hals hängen haben.“
Es war der letzte gemeinsame Auftritt des Duos Aigner/Sammer bei diesen Paralympischen Winterspielen. Aigner wird die Technikrennen mit Guide Eric Digruber bestreiten, Sammer fährt als Guide für Michael Scharnagl. Sammer: „Aber wenn Vroni etwas von mir braucht, bin ich immer für sie da. Wir teilen uns ja auch weiterhin das Zimmer.“
Nach ihrem Sturz im Super-G am Montag durfte Elina Stary am Dienstag gemeinsam mit ihrem Guide Stefan Winter über die Bronzemedaille jubeln – es ist ihre erste Paralympics-Medaille überhaupt. Die Erleichterung im Zielraum war dementsprechend groß: „Ich freue mich sehr, dass wir den Rückstand aus dem Super-G auf Mazzel ein bisschen verringern konnten. Es war ein solider Slalomlauf. Die Erleichterung, dass wir abgeliefert haben, ist natürlich sehr groß“, sagte Stary.
Besonders jubelte sie auch über den doppelten österreichischen Erfolg: „Ich freue mich sehr, dass ich mit der Vroni das Stockerl teilen darf. Das ist etwas ganz Besonderes.“
In der sehbehinderten Klasse der Herren sicherte sich Johannes Aigner mit Guide Nico Haberl die dritte Medaille im dritten Bewerb der Spiele. Nach zwei Goldmedaillen in Abfahrt und Super-G holten die beiden Niederösterreicher in der Kombination die Bronzemedaille.
Nach einem Fehler im Super-G lag Aigner auf Zwischenrang drei und sollte diese Position im Slalom verteidigen. Der Rückstand auf Sieger Giacomo Bertagnoli (ITA) betrug 1,04 Sekunden, jener auf Silbermedaillengewinner Neil Simpson (GBR) 0,65 Sekunden). Der viertplatzierte Kanadier Kalle Erisson lag nur fünf Hundertstel hinter Aigner.
„Wie ich in den letzten Tagen schon gesagt habe: Eine Medaille ist nicht selbstverständlich. Das darf man nie als gegeben ansehen“, konnte sich Aigner über Bronze freuen. „Die Zeit im Ziel hat mich zuerst etwas gewundert, weil sich die Fahrt eigentlich sehr gut angefühlt hat. Aber im Super-G haben wir doch ein paar Fehler gemacht und versucht, das im Slalom so gut wie möglich auszubessern. Deshalb können wir insgesamt zufrieden sein.“
Nach zwei Ruhetagen folgen am Freitag und Sonntag mit dem Riesentorlauf und dem Slalom noch zwei Rennen. Dabei will Aigner seine beeindruckende Serie verlängern: Bei bislang acht Paralympics-Rennen konnte er acht Medaillen (4x Gold, 2x Silber, 2x Bronze) gewinnen. „Das ist schon unglaublich, weil in jedem Rennen etwas passieren kann. Skifahren selbst ist gar nicht unbedingt die größte körperliche Belastung. Die eigentliche Herausforderung ist oft mental. Man steht früh auf, ist lange am Berg, wartet viel – das ist sehr kräfteraubend. Deshalb trainieren wir im Sommer auch genau für diese Situationen. Noch fühle ich mich gut und freue mich auf die beiden Rennen.“
Für einen emotionalen Schlusspunkt in der Kombination sorgte Thomas Grochar. Der Kärntner sicherte sich bei seinen vierten und letzten Paralympics in der Kombination seine erste Medaille.
Grochars Renntag glich einer Achterbahnfahrt. Den Grundstein für die Medaille legte er im ersten Teil, dem Super-G. Nach einer beherzten Fahrt lag der 32-Jährige auf Zwischenrang zwei. Im Slalom riskierte er, verlor jedoch Zeit und überquerte auf Platz drei die Ziellinie. Verzweiflung pur, denn Halbzeitleader Aleksei Bugaev (RUS) gilt als einer der besten Slalomläufer im Feld.
„Ich habe auf die Ergebnisliste geschaut und gesehen, dass ich Dritter bin. Dann habe ich mir gedacht: ‚Verdammt, da steht noch einer der besten Slalomfahrer oben.‘ Der hatte eigentlich einen sauberen Vorsprung, also dachte ich mir: Wenn der halbwegs ordentlich runterfährt, dann ist er vorne und ich bin Vierter“, so Grochar.
Also drehte er sich im Zielbereich bereits weg, um den beiden vor ihm liegenden Läufern zu gratulieren. Plötzlich wurde es leise im vollgefüllten Zielstadion. „Plötzlich haben alle rundherum zu jubeln begonnen. Ich habe noch einmal auf die Anzeige geschaut – und dann habe ich erst realisiert, dass es tatsächlich reicht.“
Die Paralympics-Bronzemedaille kommt für den Vize-Weltmeister von 2017 etwas überraschend: „Ich weiß, dass ich gut Ski fahren kann, aber bei Paralympics hat es nie so richtig funktioniert. Dass es heute wirklich für eine Medaille reicht, damit habe ich nicht unbedingt gerechnet. Es war einfach ein richtig gutes Rennen.“
Im Zielbereich hatte er mit den Tränen zu kämpfen. „Wenn man so viele Jahre hart arbeitet und eine lange Karriere hinter sich hat, dann ist so ein Moment einfach ein riesiges Glücksgefühl. Man denkt auch an die schwierigeren Zeiten zurück“, so Grochar. „Die Erleichterung ist gerade riesig. Und ich freue mich brutal für mein ganzes Team. Es arbeiten so viele Leute mit mir oder für mich, damit ich meine Ziele erreichen kann. Über eine ganze Karriere hinweg kann man das nie vollständig zurückgeben. Aber so eine Medaille ist etwas, das alle Beteiligten nie vergessen werden.“