Flutlicht am Bergisel ebnet Weg für Damen-Tournee

Einigung von Land Tirol, Bund, Stadt Innsbruck und ÖSV über die Finanzierung. Integration der Frauenbewerbe an allen vier Tourneeorten stärkt Gleichstellung im Spitzensport.

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Einigung über Finanzierung

Im Rahmen des heutigen Bergiselspringens in Innsbruck wurde ein bedeutender Schritt für den internationalen Skisprungsport bestätigt: Die Vierschanzentournee der Skispringerinnen soll ab der Saison 2026/27 Realität werden.

Nach jahrelangen Verhandlungen ist nun der Durchbruch gelungen: Land Tirol, Bund, Stadt Innsbruck und der Österreichische Skiverband haben sich auf die grundsätzlichen Finanzierungsmodalitäten geeinigt. Damit ist der Weg für das Nachtspringen in Innsbruck sowie die vollständige Integration der Frauenbewerbe in das Tourneeprogramm frei. Voraussetzung dafür ist die Errichtung einer Flutlichtanlage an der Bergisel-Schanze in Innsbruck – als letzte der vier Tourneeschanzen bislang ohne Flutlicht.

Die Investitionskosten für die Flutlichtanlage belaufen sich voraussichtlich auf insgesamt 4,8 Millionen Euro. Je ein Drittel der Kosten werden vom Bund und vom Land Tirol übernommen. Das letzte Drittel steuern – je zur Hälfte – die Stadt Innsbruck und der Österreichische Skiverband bei.

Vizekanzler und Sportminister Andreas Babler unterstreicht die bundesweite Bedeutung des Projekts: „Das sind fantastische Neuigkeiten. Die Integration der Frauenwettkämpfe in das Programm der Vierschanzentournee ist gelebte Gleichstellung im Spitzensport. Dass Bund, Land, Stadt und Verband hier gemeinsam an einem Strang ziehen, zeigt, dass Frauensport heute endlich den Stellenwert einnimmt, den er verdient.“

Sportreferent und Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth betont die Bedeutung der Entscheidung: „Das ist ein starkes Zeichen für den Frauensport und für den Sportstandort Tirol. Die seit Jahren angestrebte Vierschanzentournee für die Skispringerinnen kann so in Bälde Realität werden. Tirol bekennt sich klar zum Spitzensport und zur Gleichstellung von Frauen und Männern im Sport. Dass die 75. Vierschanzentournee 2026/27 nun auch mit Bewerben für Frauen in Innsbruck stattfinden kann, ist ein Meilenstein mit internationaler Strahlkraft.“

Scherer sieht "Gewinn für gesamte Tournee"

Auch Landeshauptmann Anton Mattle sieht darin einen historischen Schritt: „Mit der Flutlichtanlage am Bergisel schließen wir die letzte Lücke innerhalb der Vierschanzentournee. Der Bergisel und seine Schanze sind echte Wahrzeichen und identitätsstiftend – mit der Modernisierung heben wir dieses Niveau nochmals an. Dem Tourneespringen im Jänner 2027 könnte dann bereits ein Licht aufgehen.“

Bürgermeister Johannes Anzengruber hebt die Bedeutung für die Stadt Innsbruck hervor: „Der Bergisel ist nicht nur eine weltbekannte Sportstätte, sondern auch ein Wahrzeichen unserer Stadt. Mit der neuen Flutlichtanlage investieren wir in die Zukunft des Skisprungs, stärken den Sportstandort und bringen internationale Aufmerksamkeit für Innsbruck.“

Auch seitens des Österreichischen Skiverbandes wird die Einigung ausdrücklich begrüßt. ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer erklärt: „Wir freuen uns sehr, dass die positiven Finanzierungsgespräche nun zu einer Lösung geführt haben. Mit dem Flutlicht am Bergisel sollte der Weg für die Frauen-Vierschanzentournee endlich frei werden. Das ist ein Gewinn für den Skisprungsport, für die Athletinnen und für die gesamte Tournee. Nach Rücksprache mit den Partnerorten konnte zudem geklärt werden, dass der geschützte Markenname ‚Vierschanzentournee‘ auch für mögliche Damenbewerbe im Rahmen dieser traditionsreichen Veranstaltung beibehalten werden kann, sofern diese an den vier Orten in der Reihenfolge der Herren ausgetragen werden.“

Die Einigung über die Finanzierung einer Flutlichtanlage in Innsbruck wurde auch beim Internationalen Ski- und Snowboardverband/FIS wohlwollend zur Kenntnis genommen. „Damit ist der Grundstein gelegt, um im kommenden Jubiläumsjahr der Vierschanzentournee erstmals auch die Damen in das Programm aufzunehmen. Wir werden uns zeitnah nach den Olympischen Spielen mit den beiden Verbänden, den vier Austragungsorten sowie allen weiteren Stakeholdern zusammensetzen, um alle Details und die dafür notwendigen Reglement-Anpassungen zu klären“, erklärte FIS-Renndirektor Sandro Pertile am Rande des heutigen Bewerbs.

Mit der Umsetzung der Flutlichtanlage erhält der Bergisel nicht nur zusätzliche organisatorische Flexibilität, sondern wird auch zum zentralen Baustein für einen historischen Schritt im internationalen Skispringen. Die Vierschanzentournee der Frauen könnte damit ab der Saison 2026/27 fixer Bestandteil eines der traditionsreichsten Wintersportformate der Welt werden.