Johanna Hiemer beendet ihre Weltcup-Karriere

ÖSV-Skibergsteigerin Johanna Hiemer beendet 4 Jahre nach ihrem Comeback nun endgültig ihre Weltcup-Karriere. Die zweifache Mutter will sich wieder voll und ganz ihrer Familie widmen.

© Ski Austria / Weigl

Wenn es am Schönsten ist, soll man gehen

Skibergsteigerin Johanna Hiemer läuft beim Saisonfinale im Schweizer Villars-sur-Ollon derzeit von Podestplatzierung zu Podestplatzierung. Trotzdem ist für die 31-jährige Steirerin nach diesem Wochenende Schluss. Die zweifache Mutter will sich wieder voll und ganz ihrer Familie widmen.

„Wenn es am schönsten ist, soll man gehen. Die vergangene Saison war die schönste meiner Karriere – ich konnte jeden Moment in vollen Zügen genießen. Diese Zeit werde ich nie vergessen. Von Beginn an stand fest, dass meine Reise mit den Olympischen Spielen ihren Abschluss finden wird. Nun freue ich mich darauf, wieder mehr Zeit mit meiner Familie, meinen Kindern und meinem Mann zu verbringen. Der Sport wird immer ein Teil meines Lebens bleiben und ich werde dem Skibergsteigen weiterhin treu bleiben – allerdings nicht mehr als Leistungssportlerin, sondern als ambitionierte Hobbysportlerin“, so die Ski Austria Athletin, die vor vier Jahren ihr Comeback im Weltcup gab.

„Die Olympia-Teilnahme, ihre Podestplätze in nahezu allen Disziplinen sowie der Weltcupsieg kurz vor dem Saison- und damit Karriereende zeugen von enormer Disziplin und Einsatzbereitschaft“, so der sportliche Leiter Skibergsteigen im ÖSV, Georg Wörter. „Johannas Entwicklung war beeindruckend: das erste Weltcup-Podest in Martell, ihre Ergebnisse im Sprint sowie der historische Doppelsieg gemeinsam mit Sarah Dreier beim Vertical-Weltcup in Schladming und der Weltcupsieg im Mixed Relay werden in Erinnerung bleiben. Hervorzuheben sind zudem die Resultate in den Mixed Relays mit ihrem Partner Paul Verbnjak, die maßgeblich zur Olympiaqualifikation beigetragen haben. In der abgelaufenen Saison – insbesondere beim Finale mit zwei Podestplätzen – hat Johanna nochmals herausragende Leistungen gezeigt und hinterlässt im Team eine große Lücke. Die Verbindung von Spitzensport und Familie mit zwei Kindern ist eine außergewöhnliche Herausforderung, die mich persönlich sehr beeindruckt hat und größten Respekt verdient“, so der sportliche Leiter weiter.

Die vergangene Saison war die schönste meiner Karriere.

Johanna Hiemer

Beeindruckender Werdegang

Schon in ihrer frühen Kindheit war Sport ein wichtiger Teil ihres Lebens, der sie in die HIB Saalfelden führte, wo die Steirerin als Quereinsteigerin in den Leistungszweig Langlauf aufgenommen wurde. Seither verbindet sie eine enge Freundschaft mit Biathletin Lisa Hauser, die in derselben Trainingsgruppe war. Parallel trainierte Hiemer Triathlon und erfüllte sich als 18-Jährige den Traum vom Ironman. Mit 18 Jahren entdeckte die Schladmingerin auch ihre Leidenschaft für Skitourenrennen. Der Hochwurzenlauf in ihrer Heimatgemeinde gilt als Startschuss für ihre Skimo-Karriere. 2016 folgten die Aufnahme in den ÖSV-Kader sowie die ersten Weltcup-Einsätze, die ihr unter anderem WM-Bronze in der U23-Kategorie einbrachten. Als frisch gebackene Uni-Absolventin und werdende Mutter beendete Hiemer 2018 ihre Weltcupkarriere. Die Leidenschaft für Wettkämpfe blieb jedoch bestehen und so stand Hiemer bei Klassikern wie der Mountain Attack oder der Sella Ronda am Start.

Mittlerweile Mutter von zwei Kindern, ergriff Johanna Hiemer 2021 die Chance, bei der Olympia-Premiere 2026 anzutreten. Mit Rückendeckung durch Familie und Freundeskreis meldete sich die damals 26-Jährige im Weltcup zurück und legte eine beachtliche Entwicklung hin. 2024 folgte das erste Podest. Unvergessen bleibt auch der historische Doppelsieg beim Heimweltcup und 2025 schließlich die Qualifikation für Olympia. Auch wenn die Winterspiele nicht die erhofften Medaillen brachten, hat die 31-jährige Mutter von zwei Söhnen Unglaubliches erreicht und darf auf beeindruckende Erfolge zurückblicken.