Das war das Ski Austria Symposium 2026

Am 15. Juni lud der Österreichische Skiverband zum bereits vierten Ski Austria Symposium in das Bildungs- und Konferenzzentrum St. Virgil in Salzburg.

© Ski Austria | Jakob Zeller

Drei spannende Keynotes

Nach der Eröffnung durch Präsidentin Roswitha Stadlober und Sportdirektor Mario Stecher verfolgten die Ski Austria Trainer:innen, Betreuer:innen und Mitarbeiter:innen, darunter zahlreiche Führungskräfte des ÖSV und der Landesskiverbände, ein hochkarätiges Vortragsprogramm.

ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober zeigte sich erfreut über das große Interesse an dieser Weiterbildungsveranstaltung. „Mit dem Symposium wollen wir nicht nur Wissen vermitteln, sondern Horizonte öffnen und zum Nachdenken anregen. Der Spitzensport ist ein Hochleistungsumfeld, aber er ist auch zutiefst menschlich. Wer junge Athlet:innen begleitet, braucht nicht nur Fachwissen, sondern auch innere Stabilität, Reflexionsfähigkeit und Wertebewusstsein. Dementsprechend wollen wir unsere Trainer:innen als Persönlichkeiten stärken.“

Sportdirektor Mario Stecher sah das vierte Symposium unter dem Motto „Verantwortung übernehmen“ und appellierte an die Trainer:innen für einen vertrauensvollen Umgang mit ihren Athlet:innen im ÖSV, in den Landesverbänden und in den Vereinen, indem gemeinsame Werte wie Respekt, Wertschätzung und Empathie in der täglichen Zusammenarbeit gelebt werden.

Im Rahmen des Symposiums wurde zudem Gert Ehn verabschiedet, der 36 Jahre lang im ÖSV beschäftigt war und im Herbst in den Ruhestand gehen wird. Der Steirer war 17 Jahre lang im Spitzensport tätig, wo er u.a. als Ski Alpin Cheftrainer große Erfolge feierte. Die letzten 19 Jahre war Gert auch im Breitensport im Einsatz. Zudem war der Alpin-Experte Trainerreferent und Referent im Bereich Lehrwesen. Diese Funktionen werden ab Herbst von Paul Schwarzacher übernommen.

„Gert Ehn war über Jahrzehnte in unterschiedlichsten Aufgabenfeldern vom Nachwuchs bis zum Spitzensport tätig und hat in allen Bereichen einen unglaublichen Mehrwert für den ÖSV geliefert“, bedankte sich Sportdirektor Mario Stecher bei Gert Ehn vor seinen Trainer-Kolleg:innen für dessen unermüdlichen Einsatz für den Skiverband.

Den Auftakt der diesjährigen Vortragsreihe machte Dr. Klaus Wirth mit seiner Keynote „Zwischen Synergie und Interferenz: Kraft- und Ausdauertraining im Leistungssport“. Dabei erklärte der Experte der FH Wiener Neustadt, dass es für viele Sportarten „kein Kochrezept“ für den richtigen Mix aus Kraft- und Ausdauertraining gibt und dafür oft auch valide Studien fehlen würden. Zudem gehe es für Trainer:innen vor allem darum, die negativen Einflüsse dieser beiden Trainingsarten auf die jeweils andere im Blick zu behalten. Entscheidend sei daher die Gewichtung akuter und langfristiger Reaktionen.

Anschließend folgte ein inspirierender Vortrag von Marc Philippe PhD, der unter dem Titel „Vom Nachwuchs bis zur Elite: Die Bedeutung von Trainer:innen für die sportliche Entwicklung“ eine zentrale Frage in den Mittelpunkt rückte: Was brauchen Athlet:innen wirklich, um erfolgreich zu werden – und welchen Unterschied können Trainer:innen dabei machen?

Philippe zeigte eindrucksvoll, dass Fachwissen zwar unverzichtbar, aber keinesfalls ausreichend ist. Empathie, echte Fürsorge und die Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterentwicklung seien entscheidende Merkmale herausragender Trainer:innen. Ein Zitat von Don Tricker unterstrich diese Verantwortung: „Jeder Sportcoach hinterlässt einen bleibenden Eindruck – im Guten wie im Schlechten.“ Diese Verantwortung sei gleichzeitig das Privileg dieses Berufs. Der Vortrag endete mit einem Appell, der über Medaillen hinausgeht: Ziel nachhaltiger Trainerarbeit müsse es sein, lebenslange Athlet:innen zu formen – Menschen, die den Sport lieben, auch über ihre aktive Karriere hinaus.

Den gelungenen Schlusspunkt der von Trainer-Referent Gert Ehn und Melanie Meilinger bestens vorbereiteten Veranstaltung setzte der Schweizer Urs Meier. Der ehemalige Spitzen-Schiedsrichter und bekannte Fußball-TV-Experte widmete seine Keynote „Zwischen den Fronten – Entscheidungen unter Druck“ dem Thema Verantwortung.

Im Zentrum stand die Verbindung von Profisport und modernem Management: Welche Rolle spielen Gefühl, Verstand und Erfahrung bei Entscheidungen? Mit seiner energiegeladenen Art gab Meier zahlreiche Denkanstöße – etwa, dass Menschen stets an ihren Entscheidungen gemessen werden, ob sie unter Druck getroffen wurden oder nicht. Und dass auch das Nicht-Entscheiden eine Entscheidung ist, für die man Verantwortung trägt.

Zudem betonte er die Bedeutung von Wertschätzung, Glaubwürdigkeit und Konsequenz. „Fairplay ist keine Regel, sondern eine Haltung“, so Meier, der wie kaum ein anderer weiß, was es heißt, unter Druck zu stehen. Zum Abschluss gab er den Zuhörer:innen noch einen wichtigen Gedanken mit auf den Heimweg: „Es ist kein Zeichen von Schwäche, Fehlentscheidungen einzugestehen und zu ihnen zu stehen.“