Gold für Aigners im Riesentorlauf

Die Familie Aigner bleibt dank Veronika und Johannes in den alpinen Bewerben der Goldgarant für Österreichs Team bei den Paralympics.

24 Stunden, nachdem Veronika Aigner im Riesentorlauf ihre dritte Goldmedaille eingefahren hatte, zog ihr Bruder Johannes am Freitag ebenfalls im Riesentorlauf der Sehbeeinträchtigten nach.

Nach dem ersten Durchgang noch 46 Hundertstel hinter dem Italiener Giacomo Bertagnolli an zweiter Stelle katapultierte sich Aigner hinter seinem Guide Nico Haberl mit Laufbestzeit in der Entscheidung noch auf Rang eins. Am Ende hatte der Niederösterreicher 0,34 Sek. Vorsprung auf den Lokalmatador, damit wiederholte der 20-Jährige seinen Sieg von Peking 2022. Bronze ging mit 2,08 Sek. Rückstand an den Polen Michael Golas.

Aigner erhöhte damit seine eigene Ausbeute in Cortina nach seinen Siegen in der Abfahrt und im Super-G auf drei Goldene. Dazu kommt die Bronzemedaille in der Abfahrt. Insgesamt hält er bereits bei fünf Paralympicssiegen und neun Medaillen. Gemeinsam mit Schwester Veronika ist Johannes Aigner für achtmal Edelmetall bei bisher elf Medaillen bei den Spielen in Norditalien verantwortlich.

„Ich bin sehr zufrieden und sehr glücklich. Ich glaub, es war wirklich ein guter Lauf und richtig spannend“, sagte der alte und neue RTL-Sieger bei den Paralympics im Interview. Der zweite Lauf sei „irgendwie ein Deja-vu“ zu Peking gewesen, wo der Rückstand zur Halbzeit noch größer gewesen war.

24 Stunden vorher fuhr Veronika Aigner bereits Riesentorlauf-Gold ein. Die 23-jährige Niederösterreicherin carvte hinter ihrem Guide Eric Digruber in überlegener Manier zum Sieg und schaffte damit in der Klasse der Sehbehinderten den Titel-Hattrick. Im Sog Aigners durfte sich Elina Stary über ihre zweite Bronzemedaille auf der Tofana freuen.

Aigner hatte schon im ersten Durchgang mit über drei Sekunden Vorsprung auf die italienische Super-G-Siegerin Chiara Mazzel den Grundstein zu ihrer dritten Goldmedaille gelegt. Am Ende hatte die Österreicherin 2,56 Sekunden Vorsprung auf die Lokalmatadorin. Stary holte sich mit 6,67 Sekunden Rückstand auf ihre Landsfrau ihre zweite Bronzene nach jener in der Kombination ab.

Die nun dreifache Paralympics-Siegerin 2026 trotzte mit ihrem für ihre verletzte Schwester Elisabeth eingesprungenen Ersatzguide Digruber auch den schwierigen Verhältnissen auf der Tofana. „Es war oben etwas unruhig, obwohl sie die Piste gesalzen haben, aber jeder hat dieselben Bedingungen, und den Umständen entsprechend haben wir es gut gemeistert“, sagte die 23-Jährige.

Stary fühlte sich auch als Dritte wie die zweite rot-weiß-rote Siegerin des Tages. „Ich freue mich sehr, es ist sehr cool. Es waren zwei solide Läufe. Wir haben uns am Podium halten können, darauf können wir aufbauen“, sagte die 19-jährige Kärntnerin, die gemeinsam mit ihrem Guide Stefan Winter das Siegesfoto komplettierte. Die Bedingungen seien eine besondere Herausforderung gewesen, so Stary: „Es war im zweiten Lauf oben etwas schlagig, und ich tue mir mit der Sicht hier schwer, denn auch wenn es bewölkt ist, reflektiert der Schnee brutal.“