Lilly Sammer war bereits ursprünglich Teil des Paralympic Team Austria, als Guide von Michael Scharnagl. Dieser bestreitet allerdings nur Slalom und Riesentorlauf, in den Speed-Rennen und der Kombination wird die mit 16 Jahren jüngste Athletin des Paralympic Team Austria vor Veronika Aigner fahren und ihr Kommandos geben. „Als Vroni in Peking zweimal Gold gewonnen hat, war ich gerade einmal 12 Jahre alt und hätte mir nie gedacht, eines Tages mit ihr an den Start zu gehen. Die Umstände mit Lisis Verletzung sind traurig, aber ich helfe gerne“, sagt die Tirolerin.
Aigners neuer Partner in Slalom und Riesentorlauf bringt etwas mehr Erfahrung mit: Eric Digruber ist 35 Jahre alt, war bis ins Jugendalter auf FIS-Level als Skifahrer aktiv und von 2014 bis 2018 Österreichs Chefcoach im Para-Ski-Team. In dieser Zeit förderte er die Familie Aigner und war mehrmals als Guide im Einsatz. Auch in den Jahren danach riss der Kontakt nie ab, der Bruder des ehemaligen Weltcupläufers Marc Digruber fungierte als „Ersatz-Guide“ und bestritt einige Rennen mit Veronika.
„Als ich nach Lisis Verletzung gefragt wurde, ob ich mir das vorstellen kann, musste ich es mit Familie und Job abklären. Aber in so einer Not-Situation greifen alle zusammen, schließlich wollen wir das Beste für Veronika“, so Eric Digruber, der am Sonntag nach Cortina reisen wird. „Ich helfe gerne aus, aber lieber wäre es mir gewesen, dass Veronika mit Lisi starten kann. Lisi hat nach ihrer Verletzung alles versucht, um fit zu werden. Ich habe größten Respekt vor ihrer Entscheidung, einen Schritt zurückzumachen, um Veronika nicht zu gefährden.“
Im ersten Abfahrtstraining am Mittwoch war Veronika Aigner bereits mit Lilly Sammer unterwegs, die beiden erzielten auf Anhieb Trainingsbestzeit.