Grünes Licht: Neuer Guide für Veronika Aigner

Nach dem verletzungsbedingten Aus von Schwester und Guide Elisabeth Aigner steht nun fest, mit wem Veronika Aigner die Bewerbe bei den XIV. Paralympischen Winterspielen in Angriff nimmt.

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Wunschszenario ist eingetroffen

Das Österreichische Paralympische Committee (ÖPC) erhielt Grünes Licht, dass ein Guide nachnominiert werden darf. Dieser heißt Eric Digruber und hat eine langjährige Verbindung zum Para-Sport und zur Niederösterreicherin.

Nach der endgültigen Absage von Elisabeth Aigner (Knieverletzung) Ende letzter Woche starteten umgehend Gespräche zu den Optionen für Veronika Aigner. Das Wunschszenario der zweifachen Goldmedaillengewinnerin: Die Speed-Rennen mit Lilly Sammer bestreiten, die Technik-Rennen mit Eric Digruber. Ein entsprechender Antrag auf Nominierung wurde an das Internationale Paralympische Committee (IPC) geschickt. Nach einigen Tagen und zahlreichen Telefonaten herrscht nun Gewissheit: Digruber darf als Guide starten.

„Ich bin sehr froh, dass das funktioniert hat. Mit Lilly und Eric kann ich mit einem guten Gefühl in die Rennen gehen. Nach dem Aus von Lisi ist das die beste Option, beiden kann ich vertrauen und auch zwischenmenschlich passt es sehr gut“, atmet Veronika Aigner auf und scherzt: „Neben Lilly fühle ich mich mit meinen 23 Jahren wie ein alter Hase.“

Mit Lilly und Eric kann ich mit einem guten Gefühl in die Rennen gehen.

Veronika Aigner über ihre Wunsch-Guides

Lilly Sammer war bereits ursprünglich Teil des Paralympic Team Austria, als Guide von Michael Scharnagl. Dieser bestreitet allerdings nur Slalom und Riesentorlauf, in den Speed-Rennen und der Kombination wird die mit 16 Jahren jüngste Athletin des Paralympic Team Austria vor Veronika Aigner fahren und ihr Kommandos geben. „Als Vroni in Peking zweimal Gold gewonnen hat, war ich gerade einmal 12 Jahre alt und hätte mir nie gedacht, eines Tages mit ihr an den Start zu gehen. Die Umstände mit Lisis Verletzung sind traurig, aber ich helfe gerne“, sagt die Tirolerin.

Aigners neuer Partner in Slalom und Riesentorlauf bringt etwas mehr Erfahrung mit: Eric Digruber ist 35 Jahre alt, war bis ins Jugendalter auf FIS-Level als Skifahrer aktiv und von 2014 bis 2018 Österreichs Chefcoach im Para-Ski-Team. In dieser Zeit förderte er die Familie Aigner und war mehrmals als Guide im Einsatz. Auch in den Jahren danach riss der Kontakt nie ab, der Bruder des ehemaligen Weltcupläufers Marc Digruber fungierte als „Ersatz-Guide“ und bestritt einige Rennen mit Veronika.

„Als ich nach Lisis Verletzung gefragt wurde, ob ich mir das vorstellen kann, musste ich es mit Familie und Job abklären. Aber in so einer Not-Situation greifen alle zusammen, schließlich wollen wir das Beste für Veronika“, so Eric Digruber, der am Sonntag nach Cortina reisen wird. „Ich helfe gerne aus, aber lieber wäre es mir gewesen, dass Veronika mit Lisi starten kann. Lisi hat nach ihrer Verletzung alles versucht, um fit zu werden. Ich habe größten Respekt vor ihrer Entscheidung, einen Schritt zurückzumachen, um Veronika nicht zu gefährden.“

Im ersten Abfahrtstraining am Mittwoch war Veronika Aigner bereits mit Lilly Sammer unterwegs, die beiden erzielten auf Anhieb Trainingsbestzeit.