Sabine Payer beendet ihre erfolgreiche Karriere

Mit der Kärntnerin erklärt die erfolgreichste österreichische Alpinboarderin der Weltcupgeschichte ihren Rücktritt!

© FIS | Miha Matavz

Nach 21 Weltcupsiegen ist Schluss!

Auf der Visitenkarte der Kärntnerin steht die Rekordmarke von 21 Weltcupsiegen (13 im Einzel, 8 im Team), der Gewinn von zwei kleinen Team-Kristallkugeln und drei WM-Medaillen sowie als krönender Abschluss Olympia-Silber im Parallelriesentorlauf in Mailand-Cortina 2026.

„Die Olympischen Spiele mit dem Gewinn der Silbermedaille waren ein unglaublich schönes Happy End und ein cooler Abschluss einer genialen Zeit, in der ich viel erleben durfte. Ich war schon froh, dass ich bei meiner Vorgeschichte in Livigno tatsächlich am Start gestanden bin. Umso schöner war es dann, Silber zu gewinnen und die Gratulationen vieler Konkurrentinnen entgegenzunehmen, die sich mit mir mitgefreut haben. Es ist keine einfache Entscheidung, die Karriere zu beenden. Natürlich ist auch etwas Wehmut dabei, aber es ist nach 16 Saisonen im Weltcup der richtige Zeitpunkt und fühlt sich auch richtig an“, erklärt Sabine Payer.

Mit den Siegen bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2009 im japanischen Nagano (PGS) und 2010 im neuseeländischen Snow Park (PSL) zeigte Payer – damals noch unter ihrem Mädchennamen Schöffmann – welch großes Talent in ihr steckt. Spätestens mit ihrem ersten Weltcupsieg im Dezember 2014 im Parallelslalom im Montafon war sie endgültig im engsten Kreis der Weltklasse angekommen.

Payer feierte 21 Weltcuperfolge und stand auf höchster Ebene insgesamt 49-mal am Podium (Einzel: 13 Siege, 13 zweite Plätze, 11 dritte Plätze. – Team: 8 Siege, 3 zweite Plätze, 1 dritter Platz). Trotz einiger verletzungsbedingter Rückschläge war die Kärntnerin die Konstanz in Person: Seit dem Winter 2014/15 landete sie im Gesamtweltcup in zwölf Saisonen elfmal in den Top Ten. Als beste Platzierungen stehen für Payer in der Gesamtwertung vier dritte Ränge zu Buche. Zweimal gewann sie Team-Kristall: 2021/22 mit Alexander Payer, mit dem sie seit Juli 2024 verheiratet ist, und 2023/24 mit Andreas Prommegger.

Großereignisse und Sabine Payer passten lange nicht zusammen, ehe die bald 34-Jährige bei der WM 2023 in Bakuriani (GEO) mit Bronze im Parallelslalom und Silber im Mixed-Teambewerb an der Seite von Prommegger gleich zweimal Edelmetall holte. Zwei Jahre später fuhren Payer/Prommegger in St. Moritz (SUI) zu Team-Bronze. Der emotionale Höhepunkt folgte Anfang dieses Jahres bei den Olympischen Spielen in Livigno, wo Payer nach einer mehr als zwiespältigen „Beziehung“ zu den fünf Ringen bei ihrem ersten und einzigen Olympia-Start die Silbermedaille eroberte. 2018 war sie für die Spiele in Pyeongchang qualifiziert, verletzte sich aber im letzten Rennen vor der Abreise schwer (Wadenbeinbruch, komplexer Syndesmosebandriss) und konnte in Südkorea nicht starten. 2022 war Payer bereits nach Peking (CHN) angereist, wo sie aber aufgrund eines positiven Corona-Testergebnisses in Quarantäne musste und deshalb auch dieses Rennen verpasste.

Ich gratuliere Sabine zu einer außerordentlich erfolgreichen Karriere, in der sie uns viele Glücksmomente beschert hat.

Christian Galler (Sportlicher Leiter Snowboard)

„Es war nicht immer einfach, nach Verletzungen und Rückschlägen wieder in die Spur zu finden – das hat viel Energie gekostet. Aber der Sport hat mir auch sehr viel zurückgegeben. Ich denke da an die Heimrennen auf der Simonhöhe, wo ich vier Weltcupsiege feiern durfte. Ich möchte mich bei meiner Familie und meinen Freunden, dem Österreichischen Skiverband, dem Bundesheer, meinen Sponsoren und Partnern sowie allen Personen, die mich auf meinem Weg begleitet haben, sehr herzlich für die Unterstützung bedanken“, so Payer, die sich auch darüber freut, dass der Parallelriesentorlauf im Olympia-Programm bleibt und es 2030 in den französischen Alpen mit einem Mixed-Teambewerb eine zweite Medaillenentscheidung geben wird: „Dass Alpinsnowboarden olympisch bleibt, ist für die Sportart von existenzieller Bedeutung und zugleich ein enormer Motivationsschub für die nächste Generation“, betont Sabine Payer, die auch weiterhin ihr Know-how in die Nachwuchsarbeit am Snowboard-Stützpunkt Simonhöhe einbringen wird.

„Sabine Payer war eine große Stütze unseres Teams und hat sich mehr als ein Jahrzehnt in der absoluten Weltspitze behauptet. Mit ihrer Olympia-Geschichte ist sie auch der beste Beweis dafür, dass es mit harter und konsequenter Arbeit möglich ist, Rückschläge wegzustecken. Ich gratuliere Sabine zu einer außerordentlich erfolgreichen Karriere, in der sie uns viele Glücksmomente beschert hat, und wünsche ihr für ihre private und berufliche Zukunft alles Gute und viel Erfolg“, so Christian Galler, der Sportliche Leiter für Snowboard Alpin und Cross im ÖSV.